Geschichte der Basilika
Zeitleiste der wichtigsten Bau-, Ausstattungs- und digitalen Dokumentationsphasen der Basilika San Francesco
Ereignistypen
Die Entstehung der Basilika
1226 — Tod des heiligen Franziskus von Assisi
Franziskus stirbt am 3. Oktober an der Portiunkula. Seine bereits tief in der Volksfrömmigkeit verankerte Gestalt wird zum Mittelpunkt einer geistlichen Bewegung, die die Kirchengeschichte dauerhaft prägen wird.
1228 — Heiligsprechung und Baubeginn der Basilika
Nur zwei Jahre nach seinem Tod spricht Papst Gregor IX. Franziskus heilig und legt den Grundstein der Basilika. Damit beginnt eines der wichtigsten kirchlichen Bauvorhaben des Mittelalters.
1228 / 1253 — Bau des Basilikakomplexes
Bau der Unterkirche als Grabstätte des heiligen Franziskus und der darüberliegenden Oberkirche. Der Komplex wird 1253 von Papst Innozenz IV. geweiht.
1230 — Überführung des Leichnams des heiligen Franziskus
Am 25. Mai 1230 wird der Leichnam in die neue Basilika überführt. Damit festigt sich die Bedeutung des Komplexes als zentraler Ort des Gedenkens und der Verehrung.
Die große mittelalterliche Ausmalung
Um 1250 / 1270 — Beginn des Ausstattungsprogramms
Mit den erzählenden Glasfenstern in Chor und Querhäusern nimmt das Ausstattungsprojekt der Oberkirche Gestalt an. Sie bilden den ersten Kern des ikonografischen Programms.
Um 1260 — Der erste Freskenzyklus
Der Meister des heiligen Franziskus schafft mit den Franziskusgeschichten in der Unterkirche einen der ersten Freskenzyklen der Basilika. Sie gehören zu den ältesten Darstellungen des Lebens des Heiligen.
Um 1277 / 1290 — Die Fresken Cimabues
Cimabue und die Meister des 13. Jahrhunderts führen die erste große Ausmalung der Oberkirche aus. Dazu gehören Fresken in Chor, Apsis und Querhäusern sowie Kirchenlehrer und Evangelisten an den Gewölben des Langhauses.
Um 1290 / 1295 — Giottos Zyklus
Ausführung der Geschichten des heiligen Franziskus im Langhaus der Oberkirche: 28 Szenen, die Giotto und seiner Werkstatt zugeschrieben werden.
Um 1307 / 1308 — Giottos Fresken in der Unterkirche
Giotto und seine Werkstatt malen die Magdalenenkapelle in der Unterkirche aus.
Um 1313 / 1319 — Die Fresken Martinis und Lorenzettis
In der Unterkirche arbeiten Simone Martini, der die Martinskapelle ausmalt, und Pietro Lorenzetti, der im Querhaus den großen Passionszyklus Christi schafft.
Um 1334 — Ausmalung des Presbyteriumsgewölbes der Unterkirche
Das Kreuzrippengewölbe im Presbyterium der Unterkirche wird mit den franziskanischen Allegorien und der Verherrlichung des heiligen Franziskus ausgemalt. Die Fresken werden Giotto und seiner Werkstatt zugeschrieben.
Schutz und Vermittlung des Baudenkmals
1818 / 1820 — Wiederentdeckung des Grabes des heiligen Franziskus
Die sterblichen Überreste des heiligen Franziskus werden unter dem Hochaltar der Unterkirche gefunden und untersucht. Eine klassizistische Krypta macht das Grab für Pilger zugänglich.
1997 — Fotografische Dokumentation für „Mirabilia Italiae“
Vollständige Fotokampagne in Unter- und Oberkirche für den von Franco Cosimo Panini Editore herausgegebenen Band Mirabilia Italiae — La Basilica di San Francesco ad Assisi.
1997 — Erdbeben und Schäden an der Basilika
Am 26. September 1997 lässt ein Erdbeben einige Gewölbekappen der Oberkirche einstürzen und gefährdet ein Kulturerbe von universellem Wert.
1998 / 1999 — Restaurierung und Wiedereröffnung
Die fotografische Dokumentation von Franco Cosimo Panini (Gruppo Panini Cultura) erweist sich als entscheidend für die Wiederzusammensetzung der eingestürzten Teile und den Beginn der Restaurierungsarbeiten. Diese enden mit der Wiedereröffnung der Basilika im November 1999.
2009 — Erste Gigapixeldigitalisierung (Giotto)
Haltadefinizione digitalisiert die 28 Szenen von Giottos Franziskuszyklus in der Oberkirche in Gigapixelauflösung.
2023 — Neue Digitalisierungskampagne und 360°-Viewer
Eine neue Kampagne mit höchstauflösenden Aufnahmen der Oberkirche führt zu einem 360°-Viewer, der die Erkundung und Erforschung der Gigapixelbilder von Giottos Zyklus erweitert.
2024 — Dreidimensionale Vermessung der Basilika
Akademische 3D-Vermessungen des Basilikakomplexes tragen zum geometrischen und strukturellen Verständnis des Denkmals bei und unterstützen Studien und künftige Erhaltungsmaßnahmen.
2025 — Digitalisierung der Unterkirche
Die Gigapixeldigitalisierung der Magdalenen- und Martinskapelle beginnt und erweitert die hochauflösende Dokumentation auf die Räume der Unterkirche.
2026 — Beginn des Projekts „Preserving Assisi“
Achthundert Jahre nach dem Tod des heiligen Franziskus beginnt Preserving Assisi. Das Projekt zur vollständigen Digitalisierung der Basilika führt zu einem höchstauflösenden digitalen Zwilling des gesamten Komplexes.